bitte warten
Menü fixierenMenü lösen

Osterburken

  • Osterburken
    © Verein Deutsche Limes-Straße

  • Osterburken
    © Verein Deutsche Limes-Straße

  • Osterburken
    © Jörg Scheuerbrandt

  • Osterburken
    © Verein Deutsche Limes-Straße

Stadt Osterburken

Die Römerstadt im Bauland ist für ihr Umland wirtschaftlicher, schulischer und verwaltungsmäßiger Mittelpunkt.

Das römische Osterburken

Das Kastell Osterburken

Einer der bedeutendsten Militärposten am äußeren Teil des obergermanischen Limes befindet sich auf dem Stadtgebiet des heutigen Osterburken. Um 160 n. Chr. wurde das Kastell im Zuge der letztmaligen Vorverlegung des Grenzverlaufs im Kirnautal errichtet. Ungefähr 500 m westlich des Limes entstand ein zur Grenze hin orientiertes Kastell mit einer Fläche  von 186 x 115 m (2,15 Hektar), in welchem die teilberittene Cohors II Aquitanorum equitata civium Romanum Posten bezog. Die rechteckige Anlage folgte auf das Kastell im heutigen Neckarburken am Odenwaldlimes, in welchem dieselbe Kohorte zuvor stationiert war. Die Wehranlage des Kastells bestand aus einer Kalksteinmauer, die mit insgesamt 16 bekannten Türmen sowie vier Toren ausgestattet war, von welchen wohl nur das Ausfalltor (porta praetoria) zwei Spuren aufgewiesen haben dürfte. Der Mauer vorgelagert war ein bis zu zwei Meter und 7 Meter breiter Spitzgraben. Von der Innenbebauung des Kastells haben sich nur spärliche Überreste erhalten. So sind nur Teile des Stabsgebäudes (principia) sowie einige Mauerteile in der Nordwestecke des Kastells bekannt, bei denen es sich wahrscheinlich um Speichergebäude gehandelt haben dürfte.    

Eine Besonderheit des Standortes in Osterburken ist der nachträgliche Anbau eines weiteren eigenständigen Kastells (Annexkastell) in Form eines unregelmäßigen, 1,35ha fassenden Trapezes an der rechten Flanke der bestehenden Anlage. Ursächlich für diese inschriftlich auf den Zeitraum zwischen 185 - 192 n. Chr. datierbare, und von Angehörigen der in Straßburg (Argentoratum) stationierten legio VIII Augusta durchgeführte Maßnahme, dürfte die taktisch ungünstige Lage des bestehenden Kastells in der Talniederung gewesen sein, von der aus keine Sichtverbindung zum Limes möglich war. Die Bebauung des südlichen Hangs sollte hier Abhilfe schaffen. Stationiert dürfte hier aller Wahrscheinlichkeit nach der Numerus Brittonum Elantiensium gewesen sein, der zuvor ebenfalls in Neckarburken beheimatet war. Konkrete Belege hierfür fehlen allerdings ebenso wie größere Spuren der Innenbebauung des Kastells. 

Das Ende der Besatzung in Osterburken dürfte um 260 n. Chr. eingetreten sein. Im Zuge der Freilegung des Wehrgrabens vor der Südseite des Annex-Kastells trat in der Grabenauffüllung eine Bandschicht zu Tage, in welcher sich menschliche Knochen und zahlreiche Pfeilspitzen aus germanischer Produktion fanden. Gemeinsam mit dem Befund, dass die Zugänge des größeren Kastells im 3. Jh. n. Chr. auf eine Tordurchfahrt reduziert wurden, lässt sich vermuten, dass hier einer der selten nachweisbaren Angriffe auf ein Limes-Kastell stattgefunden hat, welcher zu dessen Zerstörung und letztendlicher Aufgabe geführt hat.   

Literaturtipps

  • Scheuerbrandt, J.: Osterburken, in: Am Rande des Römischen Reiches. Ausflüge zum Limes in Süddeutschland, hg. v. S. Matesic/C. S. Sommer (Beiträge zum Welterbe Limes; Sonderband 3), o. O. 2015, S.46 - 51.
  • Scheuerbrandt, J.: Kampf um das Kastell Osterburken, in:Fremde Nachbarn. Rom und die Germanen, hg. v. G. Graenert/M. Kemkes/A. Thiel (Archäologische Informationen aus Baden-Würtemberg; Bd. 92), Esslingen 2025, S. 30f.

 

Sehenswürdigkeiten

Römermuseum mit Thermen, Benefiziarierweihesteine, Mithraskultbild (Kopie), Jupitergigantensäule aus Mosbach-Diedesheim, die Göttergruppe von der "Schneidershecke" (Odenwald-Limes) Sonderausstellungen, Anlagen des Numerus-Kastells; die moderne Pfarrkirche St. Kilian mit Betonplastiken von Emil Wachter; Geologisch-Paläontologisches Museum im Ganztagsgymnasium; die romanische Kirche St. Mauritius mit bemerkenswerten Fresken im Ortsteil Hemsbach (2 km); das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Seligental im Ortsteil Schlierstadt (5 km) mit Dormitorium, Kapitelsaal, Wandmalereien in der Kapelle.

Doppelkastell, z. T. sichtbar; Pavillon mit Erläuterungen

Doppelkastell am Südrand des Kirnautals. Sichtbar: Südöstliche Mauer des Kohortenkastells und die Umfassungsmauern mit Tordurchlässen des sog. Annexkastells sowie Teile der Wehrgräben. Pavillon mit umfassenden Erläuterungen.

Wachtposten

Zwischen Bofsheim und Osterburken: Wachtposten 8/25, Grundmauern sichtbar, liegt am Ende einer Strecke von ca. 500 m, wo der Limes selbst gut nachvollziehbar ist.

Römermuseum

Fundstücke aus dem Beneficiarier-Weihebezirk sind in einem Anbau des Museums zu sehen.

Kastellbad im Römermuseum

Sichtbar: Sog. Bad II im Römermuseum mit Fundstücken des Ortes und der Region sowie ausführlicher Didaktik.

Touristinfo

Römermuseum Osterburken
am UNESCO-Welterbe
Römerstraße 4
74706 Osterburken

Tel. 06291 / 415266

info@roemermuseum-osterburken.de
www.osterburken.de

Video-Inhalte

 

Sitemap