Die Römerstadt im Bauland ist für ihr Umland wirtschaftlicher, schulischer und verwaltungsmäßiger Mittelpunkt.
Einer der bedeutendsten Militärposten am äußeren Teil des obergermanischen Limes befindet sich auf dem Stadtgebiet des heutigen Osterburken. Um 160 n. Chr. wurde das Kastell im Zuge der letztmaligen Vorverlegung des Grenzverlaufs im Kirnautal errichtet. Ungefähr 500 m westlich des Limes entstand ein zur Grenze hin orientiertes Kastell mit einer Fläche von 186 x 115 m (2,15 Hektar), in welchem die teilberittene Cohors II Aquitanorum equitata civium Romanum Posten bezog. Die rechteckige Anlage folgte auf das Kastell im heutigen Neckarburken am Odenwaldlimes, in welchem dieselbe Kohorte zuvor stationiert war. Die Wehranlage des Kastells bestand aus einer Kalksteinmauer, die mit insgesamt 16 bekannten Türmen sowie vier Toren ausgestattet war, von welchen wohl nur das Ausfalltor (porta praetoria) zwei Spuren aufgewiesen haben dürfte. Der Mauer vorgelagert war ein bis zu zwei Meter und 7 Meter breiter Spitzgraben. Von der Innenbebauung des Kastells haben sich nur spärliche Überreste erhalten. So sind nur Teile des Stabsgebäudes (principia) sowie einige Mauerteile in der Nordwestecke des Kastells bekannt, bei denen es sich wahrscheinlich um Speichergebäude gehandelt haben dürfte.
Eine Besonderheit des Standortes in Osterburken ist der nachträgliche Anbau eines weiteren eigenständigen Kastells (Annexkastell) in Form eines unregelmäßigen, 1,35ha fassenden Trapezes an der rechten Flanke der bestehenden Anlage. Ursächlich für diese inschriftlich auf den Zeitraum zwischen 185 - 192 n. Chr. datierbare, und von Angehörigen der in Straßburg (Argentoratum) stationierten legio VIII Augusta durchgeführte Maßnahme, dürfte die taktisch ungünstige Lage des bestehenden Kastells in der Talniederung gewesen sein, von der aus keine Sichtverbindung zum Limes möglich war. Die Bebauung des südlichen Hangs sollte hier Abhilfe schaffen. Stationiert dürfte hier aller Wahrscheinlichkeit nach der Numerus Brittonum Elantiensium gewesen sein, der zuvor ebenfalls in Neckarburken beheimatet war. Konkrete Belege hierfür fehlen allerdings ebenso wie größere Spuren der Innenbebauung des Kastells.
Das Ende der Besatzung in Osterburken dürfte um 260 n. Chr. eingetreten sein. Im Zuge der Freilegung des Wehrgrabens vor der Südseite des Annex-Kastells trat in der Grabenauffüllung eine Bandschicht zu Tage, in welcher sich menschliche Knochen und zahlreiche Pfeilspitzen aus germanischer Produktion fanden. Gemeinsam mit dem Befund, dass die Zugänge des größeren Kastells im 3. Jh. n. Chr. auf eine Tordurchfahrt reduziert wurden, lässt sich vermuten, dass hier einer der selten nachweisbaren Angriffe auf ein Limes-Kastell stattgefunden hat, welcher zu dessen Zerstörung und letztendlicher Aufgabe geführt hat.
Das Römermuseum vermittelt das Leben der Römer am Limes vor 1.800 Jahren, indem es Funde aus Osterburken und der Region zeigt. Das Museum ist ein Vermittlungsort am UNESCO-Welterbe »Obergermanisch-Raetischer Limes« und bildet mit der Dauerausstellung einen Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen in der Region.
In den Abteilungen „Religion“, „Römer am Limes“, „Archäologische Methoden“ und der überdachten Ausgrabung des Bades wird Geschichte für Groß und Klein erlebbar. Zahlreiche Exponate, vor allem aus dem nordbadischen Limesgebiet, darunter der Mithras-Altar aus Osterburken und die Statuengruppe von der Schneidershecke.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr
Feiertage: 10 bis 17 Uhr
Montag geschlossen
In der Sommerzeit bis 18 Uhr geöffnet
Adresse:
Römermuseum Osterburken
Römerstraße 4
74706 Osterburken
Kontakt:
Tel. 06291 / 415266
info@roemermuseum-osterburken.de
https://www.historischer-verein-bauland.de/roemermuseum-osterburken/
Doppelkastell am Südrand des Kirnautals. Sichtbar: Südöstliche Mauer des Kohortenkastells und die Umfassungsmauern mit Tordurchlässen des sog. Annexkastells sowie Teile der Wehrgräben. Pavillon mit umfassenden Erläuterungen.
Der Wachtposten 8/25, dessen Grundmauern deutlich sichtbar sind, liegt zwischen Bofsheim und Osterburken am Ende einer Strecke von ca. 500 m, auf welcher der Verlauf des Limes selbst gut nachvollziehbar ist.
Nahe Osterburken wurde der Limes zunächst als von steinernen Wachttürmen gesicherte Grenzstraße konzipiert. Erst später wurden dann die Limespalisade, die andernorts den Steintürmen vorausging, und Wall und Graben hinzugefügt. Aus unbekannten Gründen wurde zwischen Jagsthausen und Bofsheim eine steinerne Mauer errichtet, die hölzerne Palisade nördlich und südlich davon jedoch beibehalten. Dieser Abschnitt ist damit die einzige Strecke entlang des Obergermanischen Limes, an welchem sich eine Steinmauer feststellen lässt. Diese letzte Bauphase wurde unweit des Wachtpostens 8/32 in Form eines steinernen Wachtturms mit Teilen der Grenzmauer sowie einer Wall-Graben-Anlage nachgebaut. Der Turm kann von Besuchenden begangen und als Aussichtsturm genutzt werden.
Anfahrt: Alte Römerstraße 6, 74706 Osterburken
Römerstraße 4
74706 Osterburken
Tel.: 06291/415266
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Rinschbachstraße 33
74706 Osterburken
Tel.: 06295/929081
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Turmstraße 15
74706 Osterburken
Tel.: 06291/416556
Friedrichstraße 6
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Boschstraße 14
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Wannestraße 1
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Am Kirchberg
74706 Osterburken
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