Hammersbach entstand 1970 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Langenbergheim und Marköbel. Die Gemeinde liegt eingebettet in die waldreiche Landschaft zwischen Ronneburger Hügelland und südlicher Wetterau. Archäologische Funde im Gemeindegebiet reichen von der Jungsteinzeit über die Hallstadtzeit bis zur keltischen Latène-Zeit.
Das um die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert nach Christus auf einem flachen Höhenrücken angelegte Kastell befindet sich im Zentrum des heutigen Hammersbacher Teilortes Marköbel. Wesentliche Aufgabe der hier stationierten Truppen war die Sicherung der sogenannten „Hohen Straße“, einer Route, die bereits in vorrömischer Zeit vom Untermaingebiet bis in das Fuldaer Becken führte, wo sich auch germanische Siedlungen befanden. Welche Einheit das Kastell genau bewohnte, ist unbekannt. Wahrscheinlich ist jedoch, dass es sich dabei um eine teilberittene Kohorte (cohors equitata) oder eine ala quingenaria gehandelt haben dürfte, die auch Patrouillen in das Gebiet jenseits des Limes unternehmen konnte.
Das nach Osten in Richtung Limes orientierte, eine Fläche von 3,3 ha umfassende, Kastell wurde zunächst in Holz-Erde-Bauweise errichtet, bevor es wahrscheinlich während der Regentschaft Kaiser Hadrians (117 – 138 n. Chr.) in Stein ausgebaut wurde. Von der Innenbebauung wurde nur der westliche Teil des Stabsgebäudes (principia) mit Fahnenheiligtum (aerarium) ergraben, wobei letzteres einen Kellerraum enthielt, in welchem ein Fragment einer Kaiserstatue gefunden wurde. Unmittelbar östlich des Kastells vollzog der Limes-Verlauf einen Knick, wobei sich an dieser Stelle ein Durchgang befunden haben dürfte, der über die Hauptausfall-Straße (via praetoria) mit dem Kastell verbunden war, deren Verlauf noch heute die Hauptstraße des Ortes folgt.
Der Vicus des Kastells lag östlich, südlich und westlich um das Kastell herum. Wahrscheinlich existierte hier eine Keramik- und Ziegelproduktion. Ein Gräberfeld existierte im Westen. Eine Wasserleitung, die 2 Km nach Osten bis zum jenseits des Limes liegenden Westhang des Steinkopfes führte, diente u. a. zur Versorgung des sich heute teilweise unter der Evangelischen Kirche befindlichen Kastellbades. Dies sowie der Umstand, dass auch der für die Keramik-Produktion genutzte Ton vom etwas östlich gelegenen Hattenberg stammte, zeigt eindrucksvoll, dass der Raum zur Ressourcennutzung sich für die Römer nicht auf das durch den Limes eingehegte Gebiet beschränkte, sondern sich der Wirtschaftsraum bei Bedarf auch problemlos bis über die Grenze hinaus ausdehnen ließ.
Beschilderung zum römischen und mittelalterlichen Marköbel in der gesamten Ortslage. Erhalt eines Restes der Kastellmauer und Informationstafeln auf dem neuen Friedhof. Funde von Palisadenstümpfen mit dem Fälljahr 119/120 n. Chr. und Rekonstruktion eines Teilstücks der Palisade. Rekonstruktion des Kastellbad-Grundrisses neben der Kirche.
Historisches Rathaus in Marköbel (1686), Ober- und Untertor mit Teilen der mittelalterlichen Wehrmauer, restaurierte Antoniterkapelle in Hirzbach.
Gemeinde Hammersbach
Köbler Weg 44
63546 Hammersbach
Tel. 0 61 85 / 18 00-0
Fax 0 61 85 / 18 00-44
Aus der Reihe "Der Limes in Hessen". Limesabschnitt 4/105 bis 5/1. Teilstrecke des Obergermanischen-Raetischen Limes. Beginn der Limesstrecke durch den Main-Kinzig-Kreis.
Eine Dokumentation aus der Dokureihe "Der Limes in Hessen" von Thomas Hessdörfer.