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Mit den Göttern gebaut - Die göttliche Ordnung im Ostkastell von Welzheim

29.04.2020

Ort: Mainhardt

Obwohl die römischen Kastelle reine militärische Zweckbauten waren, wurde ihre Gestaltung nicht nur durch rein praktische Überlegungen bestimmt, sondern ebenso durch die mythologischen Vorstellungen jener Zeit. So waren Götter in der Vorstellungswelt der Römer allgegenwärtig und übten deshalb ihre Macht auf alle Bereiche des menschlichen Lebens aus. Anrufungen und Opfer waren notwendig, um sie gnädig zu stimmen.
Diese Beziehung zu Göttern wird auch in den Bauwerken aus jener Zeit sichtbar. Neben der Zahlensymbolik der griechisch-römischen Tetraktys war dies die Ausrichtung eines Bauwerkes auf den Sonnenaufgang.
Für diese komplexe Gedankenwelt bietet das Ostkastell in Welzheim mit seinen unterschiedlich angeordneten Bauwerken ein gutes Beispiel. Mit seinem Seitenverhältnis von 19 zu 21 weist es auf zwei wichtige Zahlen der Tetraktys und mit seiner Ausrichtung auf den Sonnenaufgang am Feiertag der Göttin Isis auf einen am Obergermanisch-Rätischen Limes weit verbreiteten Kult hin. Die Beachtung individueller Aspekte der römischen Götterwelt zeigt sich in der Ausrichtung des Badehauses auf den Sonnenaufgang am Tag der Erdgöttin Annae Perennae. Ganz im Sinne der römischen Badekultur stand die aus dem etruskischen Erbe stammende Göttin für den Wunsch nach einem langen Leben.

Referent: Reinhard Gunst
Beginn: 19.00 Uhr
Eintritt: 5 €
Adresse: Hauptstraße 4, 74535 Mainhardt

 

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