Schon von weitem grüßen die charakteristischen Türme der Pfarrkirche, des Wahrzeichens Pförrings. In der 2. Hälfte des 12 Jh. wurde der romanische Teil der jetzigen Pfarrkirche auf dem höchsten Punkt des Ortes erbaut.
Pförring liegt eingebettet im Donautal, im Süden umrahmt von den Donauauen, im Norden grüßen die Ausläufer des Juras, wo die Biburg Zeugnis ablegt von den ersten Römersiedlungen.
Auf einem markanten Plateau nördlich des heutigen Ortes befindet sich das Kastell Pförring, dessen antiker Name nach Ausweis der spätantiken Tabula Peutingeriana Celeusum gelautet haben dürfte. Angelegt wurde das eine Fläche von 3,9 Hektar umfassende Kastell in Holz-Erde-Bauweise während der Herrschaft Kaiser Trajans (98 – 117 n. Chr.). Durch den Fund einer Bauinschrift im Jahr 1843 ist bekannt, dass es 141 n. Chr. einen Ausbau in Stein erlebte. Als Besatzung ist die ala I Flavia singularium civium Romanorum pia fidelis bezeugt, die wohl eine Sollstärke von 480 berittenen Soldaten umfasste (ala qunigenaria).
In der Mitte des Lagers befind sich das sich im Gelände noch deutlich abzeichnende Stabsgebäude (principia) mit einer 56 x 13 m umfassenden Eingangshalle. Darüber hinaus sind auch ein Wohnhaus für den Lagerkommandanten (praetorium), Baracken für die Reiter und ihre Pferde, sowie ein Speicherbau (horreum) und ein nicht näher zu bestimmender Gebäudetyp bezeugt. Wie für Reiterkastelle üblich, verfügten die vier Tore des Kastells über doppelte Durchfahrten. Im Falle des Osttores sorgt eine 12 m hohe Visualisierung aus Stahl und Planen heute dafür, dass Besuchende einen Eindruck von der Imposanz der Umwehrungsbauten erhalten. Außerhalb des Kastells bot ein, durch einen Weihestein für die Campestres und die Pferdegöttin Epona (heute im Römermuseum Weißenburg zu sehen) bezeugter, Übungsplatz Gelegenheit für das Training der Soldaten.
Auf einer Fläche von mindestens 20 Hektar wurde das Kastell von einem Lagerdorf (vicus) umgeben. Etwas nordöstlich befand sich an der Straße, die bis nach Einig führte ein Gräberfeld.
Die letzten Truppen wurden wohl Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. abgezogen. Das Kastelldorf existierte daraufhin noch eine kleine Weile fort, dürfte bis in die 230er Jahre allerdings ebenfalls verlassen worden sein. Im Mittelalter wurde innerhalb des als Wehrbau genutzten Kastells eine kleine Kirche erbaut, von der sich jedoch keine sichtbaren Reste erhalten haben. Ein an der Südseite des Kastells aufgestellter Stein aus dem 19. Jh. weist auf das römische Kastell hin.
Gemeindeverwaltung
Marktplatz 1
85104 Pförring
Tel. 0 84 03 / 92 92-0
Fax 0 84 03 / 92 92-48